Die richtige Gesprächsführung – warum ist sie eigentlich so wichtig?
Wir führen jeden Tag Gespräche. Mit unseren Kollegen, mit unseren Freunden und mit unserer Familie. Es ist für uns völlig normal zu sprechen und man macht sich nie Gedanken darüber, ob man das eigentlich richtig macht.
Ich kann Sie beruhigen: Sie machen absolut alles richtig, wenn Sie in Ihrem gewohnten Umfeld kommunizieren.

 

Die professionelle Gesprächsführung dagegen gestaltet sich da schon etwas schwieriger. Den Aufbau dieser benötigen Sie beispielsweise bei Mitarbeitergesprächen, Vorstellungsgesprächen und Kundengesprächen. Diese Gespräche sollten immer einem ganz bestimmten System folgen.

Denn die richtige Gesprächsführung ist der Erfolgsgarant für Dinge, die wir erreichen wollen. Miteinander zu reden ist ein wichtiges Element in der Geschäftswelt. Nur durch die richtige Kommunikation können Missverständnisse vermieden und zielorientiert gearbeitet werden.

Gesprächsführung

Die 11 Stufen der professionellen Gesprächsführung

  • Vorbereiten

    Die richtige Vorbereitung ist das A&O bei der professionellen Gesprächsführung. Es ist wichtig für Sie, dass Sie über die Inhalte und das Ziel des Gesprächs Bescheid wissen. Außerdem sollten Sie sich im Vorfeld über Ihren Gesprächspartner informieren. Dies ist zum Beispiel bei Vorstellungs- bzw. Kundengesprächen besonders wichtig. Wer unvorbereitet in ein Gespräch geht, wird es schwer haben erfolgreich zu sein.

  • Einstimmen

    Stimmen Sie sich unmittelbar vor dem Gespräch auf dieses ein. Nehmen Sie sich dafür ungefähr fünf Minuten Zeit. Wenn Sie beispielsweise direkt von einem Meeting in ein Mitarbeitergespräch gehen, wirken Sie gestresst und können sich auch schlechter auf das bevorstehende Gespräch konzentrieren. Das Einstimmen können Sie sich wie das warm machen eines Profisportlers vorstellen. Oder kennen Sie einen Sportler, der ohne sich aufzuwärmen eine Goldmedaille gewonnen hat?

  • Begrüßen

    Der Beginn eines jeden Gesprächs ist die Begrüßung. Dazu gehört nicht nur die Begrüßung als solche, sondern auch Smalltalk.

  • Einsteigen

    Im nächsten Schritt kommt der eigentliche Beginn des Gesprächs. Hierbei steigen Sie endgültig in den Dialog ein, umreißen grob das Thema und besprechen mit Ihrem Gesprächspartner die Ziele, die das Gespräch verfolgt.

  • Analysieren

    Nun geht es in die Tiefe des Gesprächs. In diesem Schritt analysieren Sie gemeinsam mit Ihrem Gesprächspartner die Elemente und Inhalte, um die es geht. Oder Sie besprechen die Ist-Situation und die Soll-Situation oder ermitteln den Bedarf Ihres Gesprächspartners. Dieser Schritt unterscheidet sich inhaltlich je nach Thema und Ziel der Unterhaltung.

  • Anbieten

    Auf Basis dieser Analyse bieten Sie etwas an. Dies muss nicht immer ein Angebot für einen Kunden sein, sondern kann beispielsweise auch aus einer Lösung für ein Problem oder aus einem Vorschlag für weiteres Vorgehen bestehen.

  • Aktivieren

    Der nächste Schritt ist wichtig, damit auch tatsächlich etwas passiert und das Gespräch somit seinen Zweck erfüllt. Aktivieren Sie hier in Ihrem Gesprächspartner die Motivation etwas umzusetzen und motivieren Sie ihn zum Handeln. Im Kundengespräch kann dies beispielsweise die Aufforderung sein, sich für eines Ihrer drei Angebote zu entscheiden.

  • Vereinbaren

    Wie soll es weitergehen? Was haben Sie und Ihr Gesprächspartner beschlossen? Vereinbaren Sie die weitere Vorgehensweise und halten Sie die wichtigsten Punkte, im besten Fall schriftlich, fest.

  • Verabschieden

    Wo es eine Begrüßung gibt, gibt es natürlich auch eine Verabschiedung. An diesem Punkt ist das Gespräch beendet. Achten Sie darauf, einen positiven Eindruck zu hinterlassen, denn dieser wird Ihrem Gesprächspartner im Gedächtnis bleiben.

  • Signalisieren

    Sie kennen das sicherlich aus dem Privaten: Nachdem man sich eigentlich schon verabschiedet hat, schiebt man oft nochmal ein „Schön war es“, „Ich rufe dich dann an“ oder „Wir sehen uns nächste Woche“ hinterher. Durch dieses Vorgehen wird die Verbindung nochmals hergestellt und man kann wichtige Informationen transportieren. Nutzen Sie diese Möglichkeit auch im Geschäftlichen, beispielsweise mit „Ich freue mich schon auf Ihren Anruf“, „Es hat mich sehr gefreut, Sie kennen zu lernen“ oder „Ich schicke Ihnen die Unterlagen zu“.

  • Nachbereiten

    Zu einer professionellen Gesprächsführung gehört natürlich auch die Nachbereitung. Lassen Sie das Gespräch noch einmal Revue passieren, gehen Sie die wichtigsten Punkte durch und machen Sie sich dazu Notizen:

    • Habe ich mein Ziel erreicht?
    • Was kann ich das nächste Mal besser machen?

    Ihre Nachbereitung ist somit gleichzeitig ein der Teil der Vorbereitung für das nächste Gespräch.

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Gespräche sind Bausteine für Ihren Erfolg. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie die professionelle Gesprächsführung beherrschen. Dies wird natürlich nicht von heute auf morgen passieren. Neben der Verinnerlichung dieser 11 Stufen gehört natürlich auch jede Menge Übung dazu. Also nutzen Sie gleich die Chance für das nächste Gespräch. Bitten Sie eventuell auch Kollegen oder Familie mit Ihnen zu üben, wenn Sie vor dem nächsten wichtigen Gespräch noch unsicher sind. Denn Sie wissen ja: Übung macht den Meister.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Ihr

signatur_hermannmueller

 

Autor

Hermann Müller, Dipl.-Ing.

Hermann Müller, Dipl.-Ing.

Der studierte Maschinenbauingenieur trainiert seit über 20 Jahren Fach- und Führungskräfte. Dabei ist er in der nationalen und internationalen Wirtschafts- und Arbeitswelt unterwegs. Neben der Mediation hat er sich auf das Thema Führungskompetenz spezialisiert und zeigt Führungskräften was wirklich funktioniert.

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