Teams können in verschiedenen Arbeitsformen miteinander arbeiten. Je nachdem, welche Zielsetzung man verfolgt, ist die eine oder die andere Variante besser geeignet. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es zu entscheiden, welche Arbeitsform am besten geeignet ist, um Ihre Zielsetzung auch zu erreichen.

 

Welche Formen von Teamarbeit gibt es überhaupt?

Teams arbeiten in zwei möglichen Arbeitsformen – echte Teamarbeit und Kooperation. Diese unterschieden sich grundlegend in ihrer Ausrichtung und in ihrer Arbeitsweise.

Echte Teamarbeit

In der echten Teamarbeit sind die Teammitglieder aktiv, während sie zusammenarbeiten. Sie sind miteinander verbunden und arbeiten gleichzeitig an einer Aufgabe. Jeder bringt sich mit seiner Fachkompetenz und seinem Wissen ein.

Ein wichtiges Merkmal echter Teamarbeit ist, dass die Lösung, die das Team an Ende liefert unter Beteiligung aller Teammitglieder generiert wurde.

Wir können uns das also so vorstellen, dass echte Teamarbeit nur stattfindet, wenn Sie mit Ihren Teammitgliedern in einen Raum eingesperrt sind. Und Sie dürfen erst wieder raus, wenn Sie die Aufgabe gelöst haben.

Teamarbeit

Der Punkt dabei ist, dass es sich dann um echte Teamarbeit handelt, die sozusagen Hand in Hand erfolgt. Als Beispiel kann man hier eine Rudermannschaft nennen,  deren Mitglieder gleichzeitig miteinander rudern – das ist echte Teamarbeit. Denn sie entwickeln einen eigenen Arbeitsrhythmus, indem sie abstimmen, wie sie die ihnen gestellte Aufgabe lösen. Dadurch erreichen sie eine hohe Effizienz.

Das Besondere in der echten Teamarbeit ist, dass hier auch die Stichworte Innovation und Kreativität besonders zum Tragen kommen. Echte Teamarbeit ist immer dann sehr hilfreich, wenn ich die Absicht habe, neue Ideen und Innovationen zu erzeugen, neue Wege zu gehen – und das mit einer sehr hohen Effizienz.

Kooperation

Die andere Arbeitsform, die Teams auch praktizieren können, ist die Kooperation. In der Realität wird diese Arbeitsform sogar häufiger genutzt, als echte Teamarbeit.

In der Kooperation kommen die Teammitglieder zusammen oder sie stimmen sich über andere Kommunikationsmittel, die uns heutzutage zur Verfügung stehen, ab. Sie teilen die Aufgabe, die sie bekommen haben in Arbeitssegmente ein. Jeder übernimmt dabei das Segment, das mit seiner fachlichen Kompetenz übereinstimmt.

Teamkooperation

Im nächsten Schritt löst jeder die Aufgabe seines Arbeitssegments. Daraufhin kommen die Teammitglieder wieder zusammen und setzen das „Puzzle“ zusammen und achten darauf, ob die einzelnen Teile gut zusammenpassen.

Bei erfahrenen Teams, die schon häufiger zusammengearbeitet haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Puzzle beim ersten Mal zusammenstecken auch passt. Dabei sprechen wir häufig von einem sogenannten „Winning Team”. Unerfahrene Teams dagegen werden hier mehrere Durchläufe benötigen.

„Never change a winning team“

Dieser Spruch trifft  nur auf Kooperations-Teams zu. Bei den anderen Teams ist es dagegen eher weniger förderlich sogenannte „Winning Teams“ zu haben. Denn die Teammitglieder kommen zusammen und arbeiten wie immer. „Das hat das letzte Mal ja so gut funktioniert“. Dadurch verliert das Team aber ihre Kreativität und Innovationskraft, die durch diese Arbeitsform ja eigentlich gefördert werden sollten.

Welche Arbeitsform ist die richtige für mein Team?

Für Sie als Führungskraft ist es entscheidend zu wissen, was Sie mit der Teamarbeit erreichen möchten. Denn nur dann können Sie entscheiden, ob im Einzelfall die echte Teamarbeit oder die Kooperation der richtige Weg ist.

Die Kooperation sollten Sie dann als Arbeitsform wählen, wenn sie eine Standardaufgabe oder Routinen haben, die immer hocheffizient laufen müssen. Besonders dann, wenn die Teammitglieder auch in anderen Teams beteiligt sind, ist die Kooperation die Arbeitsform der Wahl.

Bei dieser Art der Arbeitsform ist es sehr wichtig, dass feste Strukturen vorhanden sind. Natürlich die Strukturen innerhalb des Unternehmens, aber auch Strukturen innerhalb des Teams. Außerdem ist hier ein Leiter obligatorisch. Denn bei dieser Form der Zusammenarbeit muss das Team die Verbindung zum Auftraggeber halten. Und das ist die klassische Aufgabe eines Teamleiters.

Bei der reinen Teamarbeit dagegen ist das Team komplett auf sich gestellt. Und das Besondere dabei ist: dieses Team braucht keinen Leiter.
Denn nachdem die Aufgabe bekannt ist, organisiert sich das Team von ganz alleine.

Die echte Teamarbeit sollten Sie dann anstreben, wenn bei der Lösung der Aufgabe ein hohes Maß an Kreativität und Innovation gefragt ist. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie genau in so einer Situation kein Team zusammenstellen, das schon mehrfach miteinander gearbeitet hat.

Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es nun, zu entscheiden welche Arbeitsform für Ihre Teams am besten geeignet ist. Dies kann je nach Aufgabe, Zielsetzung oder auch Unternehmensstruktur stark variieren.

Und falls Sie sich nicht sicher sind: probieren geht über studieren 😉

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!
Ihr

 

 

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Autor

Hermann Müller, Dipl.-Ing.

Hermann Müller, Dipl.-Ing.

Der studierte Maschinenbauingenieur trainiert seit über 20 Jahren Fach- und Führungskräfte. Dabei ist er in der nationalen und internationalen Wirtschafts- und Arbeitswelt unterwegs. Neben der Mediation hat er sich auf das Thema Führungskompetenz spezialisiert und zeigt Führungskräften was wirklich funktioniert.

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